Bücherbücherbücher…hamster!

Eine nicht(?) ganz(!) ernst( 😉 ) gemeinte(^*&%) Anleitung zum #Bücherhamstern.

Die nicht stattfindende Leipziger Buchmesse 2020 ist zu Ende. Einige meiner werten Kolleginnen und Kollegen waren trotzdem vor Ort. – Ich vermisse euch! – Viele haben ihre Lesungen in das weltweite Netz verlegt, und nicht zuletzt wurde das Lattenkreuz (neudeutsch Hashtag) #bücherhamstern viral [hihi] verbreitet, um die Auswirkungen des Messeausfalls – also die dadurch fehlenden Direktverkäufe – gerade für die kleinen Verlage ein wenig abzumildern: Kauft Bücher! Kauft Bücher der kleinen Verlagen! Kauft Bücher der kleinen Verlage am Besten direkt über deren Shops! (Hier und hier findet ihr mehr darüber)

Doch was ist, wenn die geplanten Messeeinkäufe – jetzt eben online – getätigt sind? Wenn auch noch das eine oder andere Buch extra in den Warenkorb gelegt wurde, das man vielleicht noch lesen könnte? Was ist, wenn der Virus überstanden, und das Leben wieder in gewohnten Bahnen läuft?

Ganz einfach: Wir gehen weiter Bücher kaufen! Auch ohne Hashtag und virtueller Messe.

Aber das kostet doch Geld!, wollt ihr mir sagen. Außerdem kann man so viele Bücher, wie man kaufen soll, doch gar nicht lesen!

Erstes: Ja. Blöd. Ist aber so.

Zweites: Na und. Darum geht es doch gar nicht.

Wer sagt denn, dass man alle gekauften Bücher auch lesen muss?

Es gibt Schätzungen, nach denen wir ein Drittel aller produzierten Lebensmittel wegschmeißen. Da können wir doch auch jedes dritte Buch kaufen und eben NICHT lesen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Oder wir könnten jedes Jahr 80kg Bücher kaufen, und nicht lesen. Das ist nach einer anderen Studie das Gewicht der Lebensmittel, die jeder von uns pro Jahr wegschmeißt. Oder – wenn dir dieser Vergleich zu blöde oder geschmacklos [hoho] ist – kaufe doch einfach für jedes Buch, das du irgendwo geliehen und gelesen hast, eines das du … einfach nur ins Regal stellst.

Ja, stellt sie euch ins Regal und freut euch daran!

Ich habe hier acht verschiedene Ausgaben des Herrn der Ringe (nicht alle auf dem Bild), glaubt ihr ernsthaft, die stehen hier, um gelesen zu werden?

Man kann viel, viel dümmeres Zeug sammeln, als Bücher.
Und vielleicht steht ihr ja auch auf »Collectors Edition« und/oder »Limitierte Ausgaben«. Bevor ihr also einen auf zehntausend Paare »limitierten« Turnschuh, oder die übernächste »Special Edition mit Bonustrack und Gitarrenplektrum« von »Dark Side Of The Moon« ins Haus holt, oder die mechanische Designeruhr – Corona Edition -, für die ihr noch einen elektrischen Uhrenschüttler braucht, damit sie nicht stehen bleibt, warum nicht zur Abwechslung ein Buch aus einem Kleinverlag?

Die sind nämlich verdammt viel seltener!

Wirklich!

Das könnt ihr mir glauben!

Kaum eine Neuerscheinung bei einem Publikumsverlag hat heute eine fünfstellige Startauflage. – Es sei den es handelt sich um die Autobiografie von Soapstar Singmitautotune mit Junglecamprezepten zum Nachkoz…chen.

Die Auflage der meisten Titel der Kleinverlage liegt im (unteren) dreistelligen Bereich! Wie einfach und geradezu günstig könnt ihr euch hier eine einzigartige Sammlung seltener und seltenster Schriftstücke aufbauen! Nimm das, du auf 9999 Exemplare limitierte »Indiana Jones«-Komplettbox im Schuber: Ich habe hier Bücher stehen, und nicht wenige, von denen wurden je nur zweihundert Exemplare gedruckt! Weltweit! EVER!

Ihr seit noch immer nicht überzeugt, zum Büchersammler zu werden?

Ok, wie wäre es damit: Denkt doch mal an die Umwelt!

Halt! Bücher sind aus Papier, und das wird aus Bäumen gemacht. Dafür sterben Bäume!

Ja … Richtig.

Aber!

Bücher sind aus Papier, und das wird aus Bäumen gemacht.

Bäume speichern CO2.

Bäume, die im Wald sterben und verrotten, geben dieses CO2 wieder frei.

Bücher sind gespeichertes CO2.

Ihr habt keinen Garten, und könnt keinen Baum pflanzen, um eure CO2-Bilanz zu verbessern? Kauft Bücher und speichert das CO2 in euren eigenen vier Wänden.

Jedes Gramm zählt!

Ja, und im Gegensatz zu Ebooks brauchen Papierbooks keinen Strom. Einmal auf Zellulose-ROM gespeichert sind sie ohne viel Pflege fast ewig haltbar – und bei Bedarf auch jederzeit noch lesbar, ohne Formatprobleme und DRM-Gerangel.

Und wenn ihr schon dabei seid: Bitte stellt eure Bücherregale an die Außenwände eurer Wohnung.

An alle Außenwände!

Vollwärmeschutz in der Südwestecke des Hauses („Wetterseite“), formschön angebracht.

Wozu erst aus Altpapier Zellulosematsch machen, und daraus wieder eine Fassadendämmung, wenn es viel einfacher geht, und ihr euren Vermieter dafür nicht einmal um Erlaubnis fragen müsst. Gestaltet euren Vollwärmeschutz selber. Ihr spart damit sogar die Tapete. Es gibt Buchrücken in allen Geschmacksrichtungen und -verirrungen, von dezent beige bis quietschbunt, und selbstverständlich auch in schwarz. Und wenn ihr umzieht, nehmt ihr eure literarische Isolierung einfach mit. Oder – noch besser – ihr lasst sie dem Nachmieter da, und beginnt mit der Sammlung von Neuem. Die Buchverlage werden es euch danken. Und wenn ihr glaubt, untalentiert im Iso-Buch-Tetris zu sein – Wichtig! Keine Lücken im Regal lassen! Das sind Kältebrücken! – so seid ihr bei der Phantastik sowieso goldrichtig. Hier findet ihr Serien und Zyklen und Reihen, die ihr aufs einfachste anbringen und ausrichten könnt.

Das ist wie [Markenname entfernt] stapeln. Taschenbücher bringen 12cm, Paperback schafft es auf 14cm, und gebundene Bücher oder großformatige Comics noch viel mehr (Sorry, Manga, da hältst du nicht mit). Und wenn euch das noch nicht genug ist: Man kann Bücher auch zwei oder dreireihig hintereinander stellen. (Ok, Manga, jetzt bist du wieder dabei.)

Meine Sammlung der Heyne-Fanpro-Ulisses-DSA-Romane. Ein Quatratmeter farbenfrohe, und doch homoge 12cm Zellulose-Innendämmung.

Also, worauf wartet ihr noch?

Kauft Bücher.

Bei euren kleinen Lieblingsverlagen.

In eurem handelskettenfreien Lieblingsbuchladen.

Von und bei euren Lieblingsautorinnen und -autoren.

Von allen Verlagen und Autor*innen, die noch eure Lieblinge werden könnten und/oder sollten.

Werdet #Bücherhamster und baut euch euren individuellen, papierenen Hamsterkäfig.

Wie gesagt: Ihr müsst sie nicht einmal alle lesen …

… aber das dürft ihr selbstverständlich trotzdem. Wir alle – Autoren (d/w/m) und Verlage – würden uns darüber freuen. Wirklich!

Nur eines, das tut bitte nicht.

Wenn ihr bei dem ganzen #Bücherhamstern, das eine zu kaufen vergessen habt, das momentan so viele hamstern. Und wenn euch dann die Not erfasst …

Nein! Bitte nicht!

Es gibt Wasser und Seife!

Oder die Bildzeitung.

Aber nicht das! Bitte, TUT DAS NICHT!

Danke!

(P.S: Und komme mir jetzt keiner, dass auf den Bildern zu wenig Kleinverlagsbücher zu sehen sind. Ich habe jetzt nicht extra Bilder für diesen Blog gemacht. 🙂 )

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