Wenn die Worte fehlen …

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Ich weiß, ich weiß, ich habe hier schon eine Ewigkeit nichts mehr gebloggt und bin von meinem Plan, hier wenigstens einmal im Monat etwas zu schreiben, weiter entfernt, als je zuvor.

Es gäbe viel zu sagen, viel zu schreiben, Stellung zu beziehen, Haltung und Gesicht zu zeigen … dieses Land und diese Welt verändern sich – und das nicht wirklich zum Guten. Geister und Dämonen, die zwar nicht vernichtet, jedoch gebannt, gar gezähmt schienen, spucken die Kreide aus, die sie gefressen hatten, und angelockt von den schrillen Tönen der geifernden Flötenspieler, verfallen die Menschen willig in einen Tanz an Marionettenfäden und jubeln jenen zu, die nur Verachtung für sie empfinden, diese Narren …

Ja, ihr wisst, wovon ich schreibe. Und meine Haltung dazu hat sich nicht geändert, nicht seit 2015 und auch nicht davor oder danach.

Ich glaube nicht, dass ich ein „guter Deutscher“ bin oder gar sein will. Nation ist etwas, das die meisten vom kosmischen Würfelspieler zugeteilt bekommen, es ist also nichts, auf das man „stolz“ sein kann, zumindest nicht, wenn man „Stolz“ als etwas betrachtet, das sich auf eigene Leistungen oder Verdienste beziehen sollte. (Einwurf: Wobei ja jene, die sich aktiv darum bemühen, zu einer Nation zu gehören, also Einwanderer, die einzigen sind, die auf ihre „neue Nationalität“ tatsächlich stolz sein dürften.)

Aber ich glaube, dass es doch etwas gibt, über das wir uns in diesem Land freuen können, und auf das wir sogar ein bisschen stolz sein können, auch wenn es nicht wir, sonder unsere Eltern und Großeltern und Urgroßeltern waren, die es geschaffen haben:

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

[Quelle]

Es ist doch wunderbar, was hier, ganz vorne, als Artikel 1 des Grundgesetztes steht. Und seht einmal genauer hin …

„Die Würde des Menschen …“ steht da! Nicht die Würde des Deutschen, nicht die Würde des Weißen, des Mannes, des Gesunden, des Heteros, des was weiß ich auch immer. Und das „Deutsche Volk“, also genau ihr, ja, ihr genau, die ihr doch immer so betont, „deutsch“ zu sein – was immer das auch ist oder sein soll, ich kann vielleicht schwarz, gelb, rot, groß, klein, mann, frau, beides oder anders oder ohne Haare sein, aber das ist ein Gen in meinem Menschsein, das Deutschgen ist mit nicht bekannt – und auch ihr und ich, die wir doch immer so betonen, dass uns Nation am Allerwertesten vorbei gehen, auch uns gelten diese Sätze: „Wir bekennen uns zu den unverletzlichen und unveräßerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt!“

Welch schöne Worte. Voller Hoffnung und Respekt. Wäre es nicht wunderbar, sie zu leben, zu achten und zu verteidigen?

UND IHR GRÖHLT: „LASST SIE ABSAUFEN!“

Ihr lasst mich sprachlos werden …

Natürlich gab es noch anders, über das ich gerne viele Worte verloren hätte. Nicht erst seit dem PAN-Branchentreffen 2018 mit seinem Motto „Träumen Androiden von Freiheit? – Über Gesellschaft und Politik in der Phantastik“ sind die Themen Rassismus, Sexismus, Gendergerechtigkeit, Diversität etc. in der Phantastikszene omnipräsent.

Ich hatte hierzu schon vor dem Treffen im April einen kleinen Blogartikel angefangen, aber nie vollendet. Worüber ich anschließend sogar froh war. Ich musste – wie gesagt – feststellen, dass dieses Thema weit kontroverser diskutiert wird, als ich es mir je vorstellen konnte, und nicht nur einmal habe ich das Gefühl, dass das Thema zu oft zur Nabelschau verwendet wird und man sich lieber darüber die Köpfe heißredet, wer von den „Guten“ denn nun der bessere und richtige „Gute“ ist und ob der schlechtere „Gute“ denn nicht gar schlimmer als der „Böse“ ist, anstatt das Übel zu benennen und sich zu fragen, wie man sich dem (als Phantastik-Autor) stellen kann.

Wie gesagt: Hierzu werde ich sicher noch etwas schreiben. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Aber – wie gesagt, ich wollte ja über meine Sprachlosigkeit sprechen und habe darüber jetzt viele Wort verloren.

Ach ja: Ich schätze, dass ich in den nächsten Wochen/Monaten noch mit drei Kurzgeschichten beschäftigt sein werde, die ich versprochen habe, zu schreiben. Dann wende ich mich wieder intensiver meinen Romanprojekten zu. Es geht also – langsam – weiter.

Und dann möchte ich euch nochmal auf einen Termin hinweisen: Am kommenden Samstag, den 11. August lese ich beim Drachenzirkel in München. Ich werde einige vergangene und kommende Projekte vorstellen:

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Ist denn schon wieder Frühling?

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Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, hier wenigstens einmal im Monat etwas zu schreiben. Aber die Zeit rast dahin und ich habe die Rückschau auf das vergangene Jahr genau so verpasst, wie den Ausblick auf 2018.

Und so ist es wieder März geworden.

Nächste Woche fahre ich nach Leipzig. Ihr könnt mich am Donnerstag und Freitag auf der Buchmesse finden. Vermutlich trinke ich zu viel Kaffee in der Autorenlounge des PAN, oder lausche auf der Leseinsel Fantasy jenen, die ihre Geschichten sowohl vollenden, als auch verkaufen können. Im Gegensatz zu mir. Denn auch dieses Jahr komme ich wieder ohne konkrete Projekte in der Tasche, geschweige denn einem Buch, das ich vorstellen darf.

Trotzdem freue ich mich darauf, nette Leute zu treffen, anregende Gespräche zu führen, und in den ruhigen Momenten Ideen zu sammeln – das Aufeinandertreffen von kreativen Menschen scheint tatsächlich Unmengen von »Insprationspartikeln« (Terry Pratchett) freizusetzen, die nur darauf warten, sich in einem Kopf festzusetzen.

Die Ideen, die ich auf der Bahnfahrt zur und von der vergangenen Leipziger Buchmesse notiert habe, haben mich im letzten Jahr viel beschäftigt – auch wenn ich es, wie oben geschrieben, nicht geschafft haben, sie in eine Form zu bringen, in der ich mit ihnen bei Verlagen und Agenten hausieren gehen könnte.

In den letzten Wochen habe ich mich dann auf ein paar Kurzgeschichten konzentriert. Eigentlich wollte ich zwei davon bis zum Ende des Monats bei Ausschreibungen einreichen, jetzt muss ich mich sputen, wenigstens eine davon fertig zu bekommen.

Und daran werde ich mich heute noch ein, zwei Stunden setzen.

Benutzen Aliens das Badezimmer?

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Wie ich in meinem letzten Blogeintrag geschrieben habe, nahm ich diesen November erstmals am National-Novel-Writing-Month teil.

Eine kurze Erklärung, für die, die diese Aktion nicht kennen: Der »NaNoWriMo« ist ein Schreibprojekt, bei dem jeder Teilnehmer sich vornimmt. innerhalb des Monats November eine Geschichte mit mindestens 50.000 Worte zu schreiben. Und um diese doch ganz beachtliche Menge zu schaffen, werden alle Mechanismen der Motivation durch sozialen Medien genutzt, allen voran der permanente Vergleich des »Wortstands« mit anderen Teilnehmern. Zudem soll durch den Wettbewerb etwas ausgeschaltet werden, das die »NaNos« den »inneren Lektor« nennen, also jene Instanz, die uns Schreiberlinge permanent hinterfragen lassen, ob das, was wir soeben geschrieben haben, überhaupt etwas taugt – Masse zählt – Ausschließlich.

(Immerhin empfehlen die NaNos, das Geschriebene dann einige Zeit liegen zu lassen, und sich dann an die Überarbeitung zu machen.)

Meine Wahl fiel auf ein Science-Fiction-Roman-Konzept, das ich seit Anfang des Jahres verfolge.

Ich hatte die Welt, auf der die Geschichte beginnt, Hauptpersonen und ein Dutzend Wegpunkte zum Finale. Ich wusste also, worum es gehen sollte, und nicht viel mehr. Perfekt, um darauf los zu fabulieren.

Oder etwa nicht?

Die ersten Tage lief es ganz gut, auch wenn ich schnell dem Soll hinterher hing, das würde ich am Wochenende wieder aufholen können.

Immerhin schrieb ich jeden Tag, egal ob es Murks war, oder genial, das würde man später sehen. Weiterschreiben!

Masse zählt.

Ausschließlich.

Tatsächlich gelang es mir, jenen ominösen „inneren Lektor“ im Zaum zu halten. Und wer mich kennt, weiß, dass ich mich ewig an der ersten Szene, am ersten Absatz, am ersten Satz aufhalten kann, in immer und immer wieder umschreiben kann, obwohl ich weiß, dass diese Szene, dieser Absatz oder dieser Satz von mir am Ende einfach gestrichen wird.

Antenna04Nach einer Wochen stieß ich jedoch auf ein Problem, das ich nicht berücksichtigt hatte; auf Fragen, die ich nicht unbeantwortet lassen konnte:

Menschen sind in dieser Geschichte die eigentlichen Aliens; Exoten, überwiegend Klone, die für ihren jeweiligen Verwendungszweck gezüchtet wurden. Die Erde ist bestenfalls ein Mythos.

Wie leben Menschen in einer Welt, die menschliche Gewohnheiten und kulturelle Errungenschaften nicht kennt?

Alles Sachen, über die ich mir Gedanken gemacht hatte. Dachte ich, bis ich es schreiben wollte. Aber wie bezeichnet man zum Beispiel eine Anzahl unterschiedlicher Nicht-Menschen, die sich irgendwo befinden? So: »Der Platz war bevölkert von einigen hundert »Leuten«, »Personen« »Einwohnern«, »Bewohnern«, »mehr oder weniger intelligente Lebensformen«? Wenn eine solche »Lebensform« dann menschenähnlich ist, kann ich sie als »humanoid« bezeichnen? Ich zumindest finde, das passt überhaupt nicht, da ja in diesem Fall nicht der »Nicht-Mensch« »menschenähnlich« ist, sondern der Mensch »nichtmenschenähnlich«. Wie jetzt?

Und wie leben diese Menschen und Nicht-Menschen, wenn ich keine Ausrede habe, dass sie irgendwie irdische Angewohnheiten und Annehmlichkeiten übernommen haben? Tragen sie Kleidung? Kennen sie Musik und Malerei? Gibt es so etwas wie eine Kindheit,  oder Ehe? Oder ganz profan: Haben Alien ein Badezimmer? Und wie benutzen sie es? Und so weiter und so fort …

Als sich solche Fragen häuften, war die Luft erst mal raus. Lustiges fabulieren funktioniert nicht, wenn das Konzept überall vom Klebeband der Dilettanz zusammengehalten wird.

Ich schaffte es bis zum 30. November gerade einmal auf 19.000 Worte, auch wenn ich jeden Tag geschrieben habe. Trotzdem bin ich ganz zufrieden. Da ich jeden Tag geschrieben habe. Da ich einiger über mich und mein Schreiben erfahren habe. Da ich weiter in Fahrt bin.

Werde ich nächstes Jahr wieder mitmachen? Ich weiß nicht. Wenn es sich anbietet und wenn ich besser vorbereitet bin, vielleicht dann.

Die »Klone« werden jetzt in Klausur gehen, bis ich den Weltenbau vorangetrieben und einige Antworten gefunden habe. Jetzt wende ich mich wieder der »Regenwelt« zu. Nach dem sie als Kurzgeschichte nicht den gewünschten Erfolg hatte, gebe ich ihr jetzt die Chance, ein Roman zu werden.

Wir lesen uns.

 

 

… ENDE – Anfang …

Es ist ein angenehmes Gefühl, das Wörtchen ENDE unter eine Geschichte zu setzen, auch wenn es nur eine Kurzgeschichte ist. Und auch, wenn alles mit „ziemlich heißer Nadel gestrickt“ wurde,  um die Geschichte am letzten Abgabetag – oder in diesem Fall: in der letzten Abgabestunden – der Ausschreibung noch abzuschicken.

Ich erwarte also nicht, dass ich Euch an dieser Stelle bald eine neue Veröffenlichung verkünden kann. Trotzdem war die Arbeit sehr befriedigend, denn während des Schreibens musste ich etliche Szenen kürzen und streichen, schrieb am letzten Tag – dank Feiertag – auch noch das letzte Drittel komplett um, da sonst alles zu lange geworden wäre, und es haben sich dabei so viele Ideen angesammelt, dass die Geschichte, oder besser: deren Metaplot und Figuren, das Material für eine lange Novelle, gar einen Roman inne haben.

Worum geht es: Es ist eine Geschichte, der mein „Regenland“- (oder „Scheißwetter“-) Szenario zu Grunde liegt, von der ich an dieser Stelle ja schon berichtet habe. Alles weitere: Abwarten …

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Als Beweis täglicher Prokrastination, hier ein Bild vom BuCon (wer hat es eigentlich gemacht?) das ich durch den Gimp-Fleischwolf gedreht habe.

„Dank“ des oben erwähnten Abgabetermins, habe ich es dieses Jahr versäumt, meine „BuCon“-Nachlese zu schreiben. Aber ich möchte es nicht unterlassen – etwas verspätet, und hier unten versteckt – zu verkünden, dass es wieder einmal phantastisch war, dass die Orga wieder Großes geleistet hat, und dass ich Euch alle, alle, alle vermisse!

Bilder und Berichte findet Ihr bei Facebook und auf den Blogs meiner Kolleginnen und Kollegen, und auch von mir an dieser Stelle nochmal einen Herzlichen Glückwunsch an Torsten Low für den wohlverdienten Ehrenpreis des BuchmesseCons. (Und ebenfalls nocheinmal: Wer, wenn nicht du …?)

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Das AKzwanzig13 mit elektronischem Henning-Substitut. Das Original war nachwuchsankunftsbedingt verhindert.

Soweit zum ENDE, zum Rückblick.

Und Enden sind ja bekanntlich nur versteckte Anfänge …

Ich habe Anlauf genommen und will weiter Fahrt aufnehmen. Das Regenland-Konzept bleibt erst einmal liegen, und „Jadvengar“ muss auch noch etwas warten. Da ich wieder einmal erkennen muss, dass Abgabetermine eine der wirksamsten Motivationspeitschen für mich sind, habe ich einer reizenden Bekannten zugestimmt, bei etwas mitzumachen, das ich bisher für ausgemachten Blödsinn hielt. Vielleicht ist es das auch wirklich, aber ebenso vielleicht entfacht es seine Wirkung auf meinen „Schreibmuskel“ und hält ihn weiter in Bewegung.

Ich rede von berüchtigten NaNoWriMo! (Wenn ihr nicht wisst, was das ist, Google ist Euer „Freund“), an dem ich erstmals teilnehme. Und dafür nimmt man am Besten etwas Neues. Ich setze mich jetzt an meine Science-Fiction-Roman, Codename: „Clone“.

Somit komme ich zu einem Ende hier und für heute, und da Ihr es ja immerhin bis hier untern durchgehalten habt: Hier mein NaNoWriMo-Alias

Man liest sich!

Heim zum BuchmesseCon 2017

Das große Treffen der deutschsprachigen phantastischen Literatur steht wieder an. Am kommenden Samstag trifft man sich im Bürgerhaus in Dreieich. Und auch wenn ich auch in diesem Jahr keine Lesung zu bieten habe, so freue ich mich doch darauf, da zu sein, zum zuhören, zum reden, zum trinken und feiern.

Natürlich bekommt ihr auch dieses Jahr meine persönlichen Lesungstipps. Bei sieben parallel laufenden Leseslots ist die Auswahl auch nicht ganz einfach. Auch dieses Jahr sind einige meiner werten AKzwanzig13-Kolleginnen und -Kollegen mit dabei:

Schon zum Auftakt um 11:00 Uhr stellt Mike Krzywik-Groß in einem Workshop die „Heldformel“ vor. Und da ich an diesem schönen, kleinen Buch beteiligt bin, bin ich ja doch ‚irgendwie‘ dabei. 🙂

Um 13:00 Uhr erzählen euch Judith und Christian Vogt von der „Die Grüne Fee“ und über „Die 13 Gezeichneten“.

Und um 16:00 Uhr führt uns Christian Lange zu den „Pyramiden von Pirimoy“

Und natürlich gibt es noch viel mehr zu entdecken,  deshalb hier in ganzer Pracht, der offizielle Pressetext des BuchmesseCon, mit allen Links und Infos, den ich gerne teile:

Dracheklein

STARS DER FANTASY IN DREIEICH – 32. FESTIVAL DER PHANTASTISCHEN LITERATUR ZUR FRANKFURTER BUCHMESSE

Liebe Freunde der phantastischen Literatur,

der Buchmesse Convent (www.buchmessecon.de oder www.facebook.com/BuchmesseConvent) ist seit 32 Jahren das wichtigste Forum für Fans und Aktive der geschriebenen Phantastik in Deutschland. Jedes Jahr am Buchmesse-Samstag treffen sich Freunde und Autoren von Fantasy & Science Fiction, unabhängig von der eigentlichen Messe und organisiert von Fans des Genres, zu einer Convention, wie sie es in dieser Art hierzulande kein zweites Mal gibt. Im Jahr 2016 wurde der Buchmesse Convent mit dem renommierten „Kurd-Laßwitz-Preis“ ausgezeichnet, welcher jährlich von einem bundesweiten Gremium aus Literaturschaffenden des phantastischen Genres vergeben wird. Wir bitten daher alle Freunde der nichtkommerziellen Fan-Kultur um Veröffentlichung folgender Meldung.

Literarische Grüsse
Roger Murmann
(Orga-Team Buchmesse Convent)


Stars der Fantasy in Dreieich – 32. Festival der phantastischen Literatur zur Frankfurter Buchmesse

Deutsche Science Fiction & Fantasy-Literatur-Szene trifft sich in Dreieich-Sprendlingen bei Frankfurt/Main zum 32. Buchmesse Convent – Kooperation mit den Bürgerhäusern Dreieich – Phantastische 64 Stunden Programm an einem Tag

Frankfurt/Dreieich. Zum 32. Mal treffen sich Fans von Science Fiction & Fantasy auf dem Buchmesse Convent (BuCon), Deutschlands führender Independent-Convention für phantastische Literatur. Dieses von der Messe unabhängige Festival des phantastischen Genres mit über 700 Besuchern findet am 14. Oktober 2017 und damit wie gewohnt parallel zur Frankfurter Buchmesse statt. „Wir mögen zwar nicht so bekannt sein, wie die große Buchmesse, aber viele der Autoren, die bei uns vor Jahren zum ersten Mal zu Gast waren, liegen heute auf den Bestsellerständern der großen Buchhandlungen“, sagt Roger Murmann vom Organisationsteam. Prominente Gäste sind Grimmepreisträger und „Bernd-das-Brot“-Erfinder Tommy Krappweis, Prof. Dr. Rudolf Simek, Herbert W. Franke, Markus Heitz, Kai Meyer, Tom Finn, Juliane Honisch, TS Orgel, Bernd Perplies, Christian Humberg und viele andere Top-Autoren der deutschsprachigen Phantastik-Szene. Ebenfalls vertreten ist die größte Science Fiction Serie der Welt, Perry Rhodan. Auf phantastischen sieben mehrstündigen Programmschienen im Bürgerhaus und seinen Nebengebäuden mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionsrunden bieten die Veranstalter für jeden etwas. Autogramm- und Signierwünsche werden gerne (und vor allem kostenlos) erfüllt. Der Unterschied zum „großen Bruder“ Buchmesse liegt denn auch darin, dass hier Fans den Autoren auf Augenhöhe begegnen und man im lockeren Umgangston das „Du“ pflegt.

Im Foyer bieten Zeichnertische optische Kontraste und eine Kunstausstellung illustriert das geschehen.

Als besondere Ehre wurde der Buchmesse Convent im Jahr 2016 mit dem renommierten „Kurd-Laßwitz-Preis“ ausgezeichnet, welcher jährlich von Deutschlands Literaturschaffenden im phantastischen Genre vergeben wird (www.kurd-lasswitz-preis.de).

Veranstalter ist eine erfahrene Gruppe langjähriger, in der Phantastik-Szene aktiver Fans in Kooperation mit dem Science Fiction Treff Darmstadt sowie dem Jugendclub WIRIC im Bürgerverein Buchschlag e.V. und den Bürgerhäusern Dreieich.

Es wird demonstriert, das utopisch-phantastische Literatur nicht zwangsläufig trivial sein muss. Bereits George Orwell, H.G. Wells und Jules Verne boten in ihren Werken Visionen und Voraussagen, die heute zur alltäglichen Realität gehören. Und werke, wie das Fantasy-Epos „Der Herr der Ringe“ des englischen Professors J.R.R. Tolkien zählen heute zur Weltliteratur, während die Verfilmung von George R.R. Martins Meisterwerk „Game of Thrones“ Millionen TV-Zuschauer vor die Fernsehschirme zieht. Natürlich darf aber auch der unterhaltende Spannungsroman nicht fehlen. Die Veranstalter zeigen, dass trotz des aktuellen „Star Wars“-Booms das phantastische Buch nicht tot ist, sondern durch den Einsatz moderner Technik, sowie der Möglichkeiten des Internets gerade heute wieder eine ungeahnte Renaissance erlebt. Gerade in Deutschland kann Science Fiction und Fantasy im Selfpublishing-Bereich ein durchaus eigenständiges, vom anglo-amerikanischen Raum unabhängiges Profil vorweisen. Der Buchmesse Convent präsentiert die gesamte Bandbreite, vom Groschenroman bis zum bibliophilen Werk. Fan-Sein bedeutet nicht sturer Konsum, sondern kritische Auseinandersetzung mit dem Autor und seinem Werk. Wohl nirgendwo anders ist die bundesdeutsche Science Fiction- & Fantasy-Autoren & -Leserszene so lebendig, als auf dieser messeunabhängigen Traditionsveranstaltung. Kostümierte Besuchermassen wird man auf dieser literarisch orientierten Veranstaltung allerdings vergeblich suchen.

Höhepunkte der Convention ist traditionell die Verleihung des vom BuCon-Team vergebenen „BuCon-Ehrenpreises“.

Wie jedes Jahr, kommt man bereits am Freitag, den 13.10., ab 20 Uhr zum Einstimmungstreffen zusammen. Den Ort findet man auf der Homepage. Am Samstag, den 14.10., ist ab 10 Uhr Einlass. Der Eintritt beträgt an der Tageskasse 10 Euro, Ermäßigungen sind möglich. Das Ende des Convents ist für 20 Uhr vorgesehen. „Convention Center“ ist das Bürgerhaus in Dreieich-Sprendlingen, Fichtestrasse 50.

Begleitet wird die Veranstaltung von einer gut sortierten Phantastik-Börse. Zahlreiche Kleinverlage, Autoren und Buchhändler füllen jede Lücke im Bücherregal auf.

Aus dem Programm:

Tommy Krappweis und Prof.Dr. Rudolf Simek: Fantasy & Wissenschaft

Der weltweit anerkannte Fachmann für Nordische Mythologie Prof. Rudolf Simek („Lexikon der germanischen Mythologie“) und der Fantasyautor und Filmemacher Tommy Krappweis („Mara und der Feuerbringer“) erzählen auf unterhaltsame und lehrreiche Art, wie man mit wissenschaftlicher Unterstützung eine Fantasytrilogie schreiben und das Ganze auch noch verfilmen kann. Der in dieser Form wohl einzigartige Vortrag in Gestalt eines unterhaltsamen Schlagabtauschs für alle, die sich für nordische Mythologie, Germanen, Phantastik und Historie interessieren, ließ bereits den Vortragsraum auf der Role Play Convention sowie das Literaturzelt auf dem Festival Mediaval aus allen Nähten platzen und kommt nun auf den Buchmesse Convent 2017.

Kai Meyer: Die Spur der Bücher

London – eine Stadt im Bann der Bücher. Mercy Amberdale ist in Buchläden und Antiquariaten aufgewachsen. Sie kennt den Zauber der Geschichten und besitzt das Talent der Bibliomantik. Für reiche Sammler besorgt sie die kostbarsten Titel, pirscht nachts durch Englands geheime Bibliotheken.
Doch dann folgt sie der Spur der Bücher zum Schauplatz eines rätselhaften Mordes: Ein Buchhändler ist inmitten seines Ladens verbrannt, ohne dass ein Stück Papier zu Schaden kam. Mercy gerät in ein Netz aus magischen Intrigen und dunklen Familiengeheimnissen, bis die Suche nach der Wahrheit sie zur Wurzel aller Bibliomantik führt.

Matthias Pätzold: Zukunft der Raumstation – Raumstationen der Zukunft

Die Internationale Raumstation ist das größte Raumfahrtprojekt, das jemals unternommen wurde. Seit 20 Jahren befindet sich der Außenposten im All, von denen allein 14 Jahre für den Aufbau aufgewendet wurden. Zunehmende Altererserscheinungen werfen aber Fragen über ihre Zukunft auf. Über Pläne zur Lebensdauerverlängerung der ISS, sowie neue Raumstationen, wie der sogenannten cislunaren Raumstation, einer möglichen russischen Nachfolgerstation, der chinesischen Raumstation und geplanten kommerziellen Raumstationen berichtet Matthias Pätzold in diesem Vortrag.

Friedhelm Schneidewind: Das neue große Tolkien-Lexikon

J. R. R. Tolkien war nicht der erste Autor, der phantastische Literatur schrieb, und andere haben weitaus mehr Fantasy geschrieben. Doch ist er der unumstrittene Alt- und Großmeister der phantastischen Literatur, der Fantasy überhaupt erst zu einem eigenständigen Genre machte. Spätestens seit den Verfilmungen von Peter Jackson gibt es kaum jemanden, der nicht von Tolkien oder zumindest seinen Werken gehört hat. Tolkien war Sprach- und Literaturwissenschaftler, Professor in Oxford – und zugleich einer der größten Phantasten der Literaturgeschichte. Mit seiner Geschichte um Mittelerde, die Hobbits, Elben und Zwerge, um Gandalf und den »Einen Ring« schuf er einen der umfangreichsten, fantastischsten und schlüssigsten Mythen der Literatur. Tolkiens Werk bietet nicht nur spannende Geschichten, sondern eine komplette eigene Welt mit eigener Kosmogonie, eigener Religion und sogar eigenen Sprachen; die Hintergründe zu kennen und die zahlreichen Einflüsse alter Mythen zu entdecken, schafft einen zusätzlichen Reiz bei Lektüre und Filmgenuss. »Das neue große Tolkien-Lexikon«, im Dezember 2016 erschienen, ist ein Werkzeug, sich im umfangreichen Werk Tolkiens besser zurechtzufinden, Querverbindungen und Hintergründe erkennen und Einflüsse bewerten zu können. Zudem lässt sich auf den über 800 Seiten auch prima schmökern.

Markus Heitz: Wédora-Schatten und Tod

Wédora birgt noch so manches Geheimnis für die Freunde Liothan und Tomeija, die es auf magische Weise in die schwer befestigte Wüstenstadt verschlagen hat. Während Liothan in alte Gewohnheiten verfällt und sich in Wédoras Unterwelt einen Namen macht, wird Tomeija vom geheimnisumwitterten Herrscher der Stadt zur obersten Gesetzeshüterin berufen. Sie kann nicht ahnen, dass sie bald nicht nur gegen Verbrechen und mörderische Intrigen vorgehen muss, sondern auch gegen ihren Freund aus Kindheitstagen. Doch damit nicht genug: Zwei benachbarte Königreiche rüsten sich zum Krieg, und die neutrale Stadt wird gegen ihren Willen in die Feindseligkeiten verwickelt – und Liothan und Tomeija werden plötzlich zu den entscheidenden Figuren in einem mörderischen Konflikt….“

Informationen, sowie eine ausführliche Programmübersicht mit allen 64 Programmpunkten findet man im Internet unter der Adresse:

http://www.buchmessecon.de

…oder im Sozialen Netzwerk Facebook:

Fanseite: http://www.facebook.com/BuchmesseConvent
Fangruppe „BuCon-Fans“: https://www.facebook.com/groups/buconfans

Eine umfangreich Fotogalerie mit 216 Aufnahmen zum vergangenen BuCon 2016 findet man hier: https://flic.kr/s/aHskKb2nmh

Es war einmal in Aventurien …

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In meinem letzten Beitrag, hier an dieser Stelle – Was? Auch schon wieder 10 Wochen her! – schrieb ich ja, dass derzeit nichts Neues für Aventurien und das Schwarze Auge von mir geplant ist.

Umso mehr freue ich mich, dass es jetzt gleich zwei Nachrichten aus Mittel… äh, Aventurien zu vermelden gibt.

Erstens: Seit kurzem ist „Starless Sky“ erhältlich, die englische Ausgabe der Anthologie „Sternenleere“ von 2015, mit meiner Geschichte „Der Marsch der Hundert“, jetzt als „March of the Hundred“ meine erste englische Veröffentlichung überhaupt. Tata! *Sektkorken*

Schattenlichter

Und Zweitens: Die „Schattenlichter“, die Geschichten aus der aventurischen Metropole Gareth (Erschienen 2013), kommen als Hörbuch. Die ersten Geschichten könnt ihr jetzt schon herunterladen und zwar –> hier. Der Rest folgt Geschichte um Geschichte; „Ein Messer im Rücken“ wird ab dem 4. November zur Verfügung stehen. Und – Ja! Das ist umsonst!

***

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Neues gibt es auch aus der Welt von „Eis und Dampf“: Die Anthologie zu Judith und Christian Vogts Steampunk-Welt der „Zerbrochenen Puppe“ wurde endlich nachgedruckt, und sollte in der Buchhandlung Eures Vertrauens an sofort wieder erhältlich sein. Judith und Christian waren übrigens alles andere als untätig; neben der „Verlorenen Puppe“ gibt es inzwischen auch die zweite Ausgabe der „Grünen Fee“, dem ‚Groschenheft‘ zur Welt von Eis und Dampf, mit Beiträgen von weiteren AKzwanzig13-Kollegen. Und was von den beiden noch alles berichtenswert ist – die „Dreizehn Gezeichneten“ und so – lest ihr am besten auf ihrer Seite –> hier.

***

Ach ja … da fällt mir gleich noch etwas ein: Solltet ihr auf einer Euch eher unbekannten Seite auf Euch eher unbekannte Geschichten von mir stoßen, so hat das seine Richtigkeit, solange es sich um diese Seite handelt: Federfy. An der Entwicklung dieser Seite ist ein Bekannter von mir beteiligt, der mich gebeten hat, ihm etwas Material zu Verfügung zu stellen und die Seite zu testen, was ich getan habe, in dem ich ein paar ältere Kurzgeschichten online gestellt habe. Das Konzept von einer vernetzten Inspiration zwischen Bild und Geschichte finde ich interessant, und ich bin gespannt, inwieweit sich so etwas entwickeln kann. Zumal auch meine erste Reaktion darauf war: Was? Noch ein Portal, auf dem Autoren/Fotografen/Musiker … umsonst ihre Arbeit stellen sollen? Was ist Eure Meinung dazu?


Dracheklein

Und zu guter Letzt: Bald ist wieder Buchmesse in Frankfurt und damit Zeit für den 32. BuchmesseCon in Dreieich. Ich werde da sein und freue mich auf Euch!

Das Monster im Keller

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Kürzlich haben wir im Blog vom AKzwanzig13 über die vielfältigen Aktivitäten unseres Autorenkollektivs berichtet. Zwei Namen wurden nur im Abspann erwähnt, der von Marco Findeisen, und meiner.

Hier also – sozusagen – ein kleiner Nachschlag.

Ich habe hier schon über mein Talent berichtet, mannigfaltige Vermeidungsstrategien zu entwickeln, um mich vor dem Schreiben zu drücken. Was an sich ja – gelinde gesagt – schon seltsam anmutet, da ich, wie die meisten meiner werten Kolleginnen und Kollegen, von dem Drang beseelt bin, Geschichten zu entwickeln und zum Leben zu erwecken.

Trotzdem gelingt es mir immer wieder, irgend etwas „wichtigeres“ vorzuschieben. Zur Zeit nutze ich den so raren wie wertvollen Urlaub vom „Brotjob“ dazu, nicht richtig viel zu schreiben, sondern einem anderen Bedürfnis zu folgen, nämlich der dringend notwendigen Renovierung meines Kellers. Mein sommerlicher Dungeoncrawl, sozusagen.

Bedenkt: Ihr habt es hier mit einem schwäbischen Autoren zu tun …

Aber: Ja, ich schreibe noch …

… wenn auch nicht so viel, wie ich gerne möchte.

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Das Verputzen des Kellers / Monsters

Und da Ihr hoffentlich lieber etwas über das Monster im Keller, als das Verputzen desselben lesen wollt (der Satz gefällt mir, er regt zu einer Geschichte an …) verrate ich Euch natürlich auch, was ich denn zur Zeit so schreibe.

Im Moment nötigen mich leider weder Abgabetermine, noch sonstige Verpflichtungen dazu, konzentriert an EINER Geschichte zu arbeiten. Und so gönne ich mir den Luxus, mich gleich mit VIER Romanprojekten zu beschäftigen. Oder – wie der Prokrastinationstroll sagen würde: Ich gönne mir den Luxus, die Arbeit an gleich vier Romanprojekten zu vermeiden.

Und so kann ich nicht sagen, welche Geschichte irgendwann die Teiletappe eines tragfähigen und Verlagen oder Agenten anbietbaren Konzepts schafft, welche gar als Erste über die Zielgerade der Rohfassung gehen wird.

Um was handelt es sich denn?

Nun, zum Einen schreibe ich noch immer an jenem einen Fantasyroman, der mich schon seit einigen Jahren beschäftigt, mein „Herzensprojekt“, dem ich hier unter dem Titel „Jadvengar“ – selbst voller Ungeduld – eine Unterrubrik eingerichtet habe.

Ein weiterer Fantasyroman spielt in der selben Welt, wie „Jadvengar“, und entstand aus einem Konzept, das ich vor Jahren noch für „Das Schwarze Auge“ entwickelt hatte, dann aber nie zum Roman wurde, und jetzt „entavanturisiert“ eine neue Chance bekommen soll. Arbeitstitel? „Sturmfalken“.

Außerdem arbeite ich an einem Science-Fiction-Roman (AT: „Klone“), dessen Weltenbau fast abgeschlossen ist, und zu dem schon ein paar Seiten geschrieben sind.

Und zuletzt gibt es da eine Dystopie, zu der nur ein grobes Konzept existiert, zu der ich also nicht viel sagen kann, außer, dass die ersten Notizen unter der Arbeitstitel „Scheißwetter“ entstanden.

Ja, ich schreibe noch …

… und ich lasse mich mit viel zu großer Leichtigkeit davon abhalten.

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Als Beweis hier ein Beispiel erfolgreicher und erfreulicher Prokrastination mit der Band:

Cold Shot live …

Aber jetzt geht es weiter mit …

ja, bei vier Projekten ist das gar nicht so einfach zu entscheiden …

Fantasy, SF oder das „Scheißwetter“?

und dann lauert da ja noch dieses Ungeheuer im Keller!

Gen Osten!

Der Zug folgt der eisernen Spur nach Nordosten. Der Himmel ist wolkenverhangen. Auf den Wiesen und Feldern steht das Wasser, die Bäume an den Ufern der Bäche haben nasse Füße, und das Gesträuch an den Böschungen neben der Bahnlinie wirkt irgendwie modrig und krank. Eine Welt in graubraun. Nichts erinnert an den beginnenden Frühling, und an die jungen Knospen, die ich heute morgen noch im Garten entdeckte.

Vor wenigen Stunden. Ehe ich mich auf den Weg gemacht habe. Jetzt fantasiere ich über eine Welt, die im Regen versinkt. Ich mache mir einige Notizen. Vielleicht wird ja mal eine Geschichte daraus.

Ich bin unterwegs. Auch wenn beim Blick aus dem Wagonfenster der Frühling fern scheint, so verspüre ich, wie viele andere bibliophile Vögel auch, den Drang, nach Leipzig zu ziehen, zur zweitgrößten deutschen Buchmesse.

In diesem Jahr gibt es keine Klagen über die Bahn, die Unterkunft ist in Ordnung, zentrumsnah und trotzdem noch günstig. Leider kein Frühstück. Am nächsten Morgen bin ich deshalb früh unterwegs, nach einem Kaffee beim Bäcker ab zur Messe. Ich bin erstaunt, dass die Linie 16 heute zwar sehr voll ist, sie jedoch nicht wie in den Vorjahren Buchmessebesucher in belesene Dosenwurst verwandelt. Vielleicht hatte ich ja auch nur Glück. Und vielleicht könnte man daraus ja …

Wie viele meiner phantastischen Mitschreiber bin ich gespannt, wie sich die Abwesenheit von WerkZeugs auf die Phatastikecke in Halle 2 auswirken würde. Und schon beim ersten Durchgang gewinne ich das Gefühl, dass unsere literarische Heimat noch tiefer in der hintere Ecke der Messehalle kauert, als schon in den Vorjahren; umrahmt von den Kinder- und Jugendbüchern.

Nach einem kurzen „Hallo“ bei einigen der ausstellenden Verlage zieht es mich zur neuen Autoren-Lounge des PAN. Ich bin ja Mitglied in dem Verein, und so freut es mich umso mehr, endlich einige der Macher und Mitmacher persönlich kennenzulernen, allen voran unsere beiden Vorständinnen Diana und Lena, und natürlich alle anderen auch. Hier treffe ich dann auch den Rest der diesjährigen „AKzwanzig13-in-Leipzig“ Delegation in Person von Henning Mützlitz, und viele weitere geschätzte Kollegen und Kolleginnen; ein so massives Aufeinandertreffen von Phantastikautorenschaft gibt es sonst nur noch beim BuCon im Herbst. Ich stelle mir vor, dass die Luft hier erfüllt ist von Inspirationpartikeln. Wäre das nicht Thema für eine Geschichte?

Es gefällt mir hier … in den nächsten beiden Tagen belaste ich den Kaffeeetat des PAN ganz erheblich.

Zum Abschluss des ersten Messetages wohnen wir noch der Seraph 2017-Verleihung bei und freuen uns mit den Preisträgerinnen Katharina Seck und Julia Lange. Der wie immer überfüllten Preisträgerlesung ziehen wir dann kurzfristig ein Abendessen in geselliger Runde vor. Nicht nur wir haben uns spontan noch dazu eingeladen, im Laufe des Abends wird das Nebenzimmer des „Apels Garten“ voll, und man genießt angeregte Unterhaltungen mit alten und neuen Freunden.

Der Freitag verläuft weitgehend wie der Donnerstag, bis auf die Tatsache, dass jetzt alles schon ein bisschen voller ist. Ich weiß schon, warum ich mir dieses Jahr Samstag und Sonntag spare. Am Abend verlangen meine Füße eine Pause, ich mache mir einen gemütlichen Abend auf dem Zimmer, sinniere über die letzten beiden Tage, mache mir ein paar Notizen.

Am Samstag geht es wieder nach Hause. Wie jedes Jahr trinke ich meinen letzten Kaffee in der Buchhandlung Ludwig im Bahnhof. Der Himmel ist klar, als der Zug den Bahnhof verlässt, und zwischen Leipzig und Nürnberg führe ich eine angeregte Unterhaltung mit meinem Platznachbarn. Dann habe ich noch etwas Zeit, ehe ich zu Hause ankomme. Draußen vor dem Wagonfenster zieht die Welt vorbei, und ich mache mir Notizen über eine ferne Zukunft. Die Menschheit hat sich zu den Sternen aufgemacht … und ging dort verloren. Vielleicht wird einmal eine Geschichte daraus.

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Kleiner Nachschlag: Mangamädchen riechen nach Klebstoff

Ein Artikel beim sonst von mir geschätzten SWR („Kein Ort für nackte Hasen“), dessen Autor sich über die Anwesenheit der Cosplayer auf der „ernsthaften“ Buchmesse echauffierte, führte zu einem mittelschweren Beben, nicht nur bei den Mangafreunden und Cosplayern, sondern in der gesamten Phantastik-Szene.

Ich verbrachte in diesem Jahr einige Zeit in Halle 1, also der Manga- und Comic-Convention, und ich gestehe, dass mir vieles, speziell in der Manga- und Cosplayer-Szene, fremd bleiben wird und schräg bis skurril erscheint. Nun, ich mag „schräg und skurril“. Außerdem bin ich ja ein bekennender Fan der Filme des Studio Ghibli, und wer ernsthaft „Die letzten Glühwürmchen“ als bloß einen Anime … ok, ich schweife ab. – In Halle 1 lauschte ich beim „Schwarzen Sofa“ unter anderem Menschen, die ihre Erlebnisse mit Neonazis in Comicform verarbeitet haben, und erfuhr, dass das „Bundesamts für magische Wesen“ keine Nonsensplattform ist. Ich könnte hier noch vieles dazu sagen, aber dann wird dieser Beitrag nie fertig …

… und meine geschätzte Kollegin Lena Falkenhagen hat bei TOR.Online („Die Arroganz der grauhaarigen alten Männer“) alles wunderbar auf den Punkt gebracht. Ich kann mich ihren Worten nur anschließen. Auch die Leipziger Buchmesse hat ein klares Statement dazu HIER abgegeben.

Ansonsten hat das Thema mich zu dieser „Unter-Überschrift“ verleiten lassen, welche die Kernerkenntnis meines letztjährigen Messebesuchs darstellt, als ich das Etagenbad im Hotel mit einer Horde Cosplayer/Innen teilen durfte.

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Und sonst?

Nichts.

Wie bitte?

Ja, das wars. Mangamädchen kommen in diesem Blogeintrag nicht vor. Sorry. Man möge mir die Effekthascherei verzeihen. Aber vielleicht wäre auch das Stoff für eine Geschichte …

Vermeidungsstrategien … schön!

Offensichtlich bin ich ein Meister darin, meine rare Schreibzeit nicht nur einfach so immer weiter einzuschränken, sondern dabei auch gleich neue Baustellen zu eröffnen, die ich wohl in zwei Leben nicht abschließen kann.

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Aber das neue Spielzeug, das ich für mich wiederentdeckt habe, ist einfach zu schön … und vielleicht wird es auch irgendwann richtige Töne von sich geben.

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Aber keine Angst … demnächst erzähle ich euch hier an dieser Stelle etwas über Jadvengar. Was das ist? Wie gesagt: Demnächst …

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Die Weltformel? Die Heldformel!

Ihr kennt die „Heldenreise“? Die 12 Stationen einer heroischen Queste; durch die uns unzählige Romane und Filme führen? Das „Rezept“, nach dem Roman- und Drehbuchautoren – bewusst oder unbewusst – ihre Geschichten verfassen? Bald habt Ihr die Gelegenheit, die Heldenreise auf unterhaltsame Weise besser kennen zu lernen.

Mein geschätzter AKzwanzig13-Mitstreiter Mike Krzywik-Gross hat zusammen mit dem Komponisten Ralf Kurtsiefer (Orkpack) vor gut zwei Jahren ein höchst ambitioniertes Projekt in Angriff genommen, das jetzt abgeschlossen ist, und dessen Resultat Ihr in wenigen Wochen in Händen halten könnt:

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„Die Heldformel – Der Stoff, aus dem gute Geschichten sind“ präsentiert Euch die 12 Stufen der Heldenreise in Theorie, Praxis und als „Soundtrack“. Und  für die Praxis hat Mike gleich noch ein paar Kolleginnen und Kollegen mit an Bord geholt. Geschrieben wurde „Barnors Herz“ von Mike Krzywik-Gross und Anja Helmers, Ann-Kathrin-Karschnick, Christian Lange, Gudrun Schürer, Melanie Kurtsiefer, Torsten Exter und – ach ja: Ich habe auch meinen Teil dazu beigetragen.

„Die Heldformel“ bei Periplaneta

„Die Heldformel“ im Blog von Mike Krzywik-Gross


PRESSEINFO:

Wie man Helden erschafft

Mike Kryzwik-Groß und Ralf Kurtsiefer lüften in „Die Heldformel“ das Geheimnis der perfekten Geschichte

Im November erscheint „Die Heldformel – Der Stoff, aus dem gute Geschichten sind“ bei Periplaneta in der Edition Drachenfliege. Die Herausgeber Mike Krzywik-Groß und Ralf Kurtsiefer konzeptionierten ein ungewöhnliches Praxishandbuch für Autoren, das sich aus einem Sachtextteil, einer abgeschlossenen Erzählung und einem Soundtrack zusammensetzt.

Dreh- und Angelpunkt des crossmedialen Projekts ist die sogenannte Heldenreise, ein narratives Schema, nachdem sowohl mythologische Epen wie auch moderne Werke (wie Star Wars, Herr der Ringe oder Pretty Woman) aufgebaut sind.

Basierend auf diesen klassischen Regeln, schrieb ein Kollektiv von acht Phantastik-Autoren „Barnors Herz“. Anhand dieser Erzählung analysiert Krzywik-Groß die Stationen und Archetypen und erklärt, was in jedem Abschnitt zu beachten ist.

„Die Heldformel“ ist nicht nur eine leichtverständliche, inspirierende Schreibschule für Autoren, sie ist zudem eine unterhaltsame Lektüre, um die Mechanismen hinter spannenden Geschichten zu erkennen.

Das Buch erscheint als 124-seitige Klappenbroschur zusammen mit einer Musik-CD von Orkpack. Des Weiteren sind die Texte als eBook erhältlich und die zwölf Audio-Tracks als Download.